Berlin, die IFA und die Kraft echter Begegnungen

Wenn eine Messe nur zeigt, was sich auch streamen lässt, verliert sie ihren Grund. Relevant wird sie dort, wo kein Stream mithalten kann: im direkten Erleben, im Gespräch, im Ausprobieren. Genau das schafft die IFA seit über 100 Jahren. Sie macht aus Präsentationen Begegnungen, aus Produkten Erfahrungen und aus Besucher:innen Gesprächspartner.

Menschen jubeln auf einer Bühne vor dem Eingang der Messe Berlin, Fotograf macht ein Bild.

Interview mit Leif Lindner, CEO IFA Management GmbH

Mann in schwarzem T-Shirt lächelt vor weißem Hintergrund.

Anfang September, wenn unter dem Funkturm sich die Messehallen öffnen, wird Berlin während der IFA für fünf Tage zum Treffpunkt für alles, was unseren Alltag verändern könnte. Für Technologien, die bald in Küchen, Wohnzimmern, Büros oder Hosentaschen landen: Consumer Tech, smarte Geräte, KI, Gaming, Gesundheit, Mobilität und neue Ideen für ein vernetztes Leben.

Die IFA wurde 1924 in Berlin gegründet. Heute gehört sie zu den wichtigsten internationalen Plattformen ihrer Branche und ist ein Best Casel dafür, dass Tradition nicht Stillstand bedeutet. 2025 kamen rund 220.000 Besucher:innen sowie mehr als 1.900 Aussteller nach Berlin. Für Eventplaner:innen aus aller Welt ist die IFA deshalb mehr als eine große Tech-Messe. Sie zeigt, was Live-Formate heute leisten müssen: Menschen zusammenbringen, Orientierung geben, gesellschaftliche Themen ernst nehmen und Erlebnisse schaffen, die im Kopf bleiben.

Wir haben mit Leif Lindner, CEO der IFA Management GmbH, darüber gesprochen, warum Berlin und IFA so gut zusammenpassen, welche Wirkung Großveranstaltungen für eine Stadt haben und wie sich die Messe mit Nachhaltigkeit, Barrierefreiheit und „Innovation For All“ weiterentwickelt.

Warum ist Berlin aus Ihrer Sicht der richtige Standort für eine globale Innovationsplattform wie die IFA?

Leif Lindner: IFA und Berlin gehören zusammen, und das seit über 100 Jahren. Hier kommen Geschichte und Zukunft auf eine besondere Weise zusammen. Die Stadt steht für Internationalität, Kreativität und einem starten Transfer zwischen Forschung, Start-ups und Industrie. Berlin ist heute Deutschlands führender Tech-Hub mit einem Start-Up-Ökosystem im Wert von 169 Milliarden Euro, darunter 57 Unicorns. Gleichzeitig bieten fast 30 Hochschulen und über 80 Forschungseinrichtungen genau das Umfeld, das eine globale Innovationsplattform braucht. Für eine Plattform wie die IFA, die seit 1924 in Berlin verwurzelt ist und den Anspruch „Innovation For All“ trägt, ist das der glaubwürdigste Standort überhaupt.

Welche wirtschaftliche und internationale Strahlkraft haben Großveranstaltungen wie die IFA für Berlin?

Leif Lindner: Großveranstaltungen wie die IFA wirken in zwei Richtungen: wirtschaftlich und reputativ. Wirtschaftlich bringen sie internationale Gäste nach Berlin und stärken Hotellerie, Gastronomie, Mobilität und Handel. 2024 zählte Berlin 12,7 Millionen Gäste, 30,6 Millionen Übernachtungen und 17 Milliarden Euro Tourismusumsatz. Der Berliner Senat verweist ausdrücklich darauf, dass führende Messen und Top-Veranstaltungen diese Entwicklung mittragen. International machen Events wie die IFA Berlin die Stadt zur Bühne für Zukunftsthemen. Die IFA 2025 brachte mehr als 1.900 Aussteller aus 49 Ländern und rund 220.000 Besucher:innen aus 140 Ländern zusammen. So wird Berlin nicht nur besucht, sondern weltweit als Innovationsstandort wahrgenommen.

Großveranstaltungen und Messen stehen zunehmend vor den Themen Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung z.B. Barrierefreiheit. Welche Ansätze verfolgt die IFA?

Leif Lindner: Unsere Mission ist: Innovation For All. Wir wollen, dass Innovation und Technologie für alle zugänglich und erlebbar ist. Natürlich ist das ein großes Ziel, an dem wir Stück für Stück arbeiten. Wir sehen Nachhaltigkeit und gesellschaftliche Verantwortung als Teil moderner Veranstaltungsqualität. Erstens machen wir Circular Economy sichtbar: Mit der Partnerschaft zwischen IFA Berlin und der Crade to Cradle NGO bringen wir kreislauffähiges Design, verantwortungsvollen Ressourceneinsatz und konkrete Impulse für Wirtschaft und Politik auf die Bühne. Zweitens arbeiten wir an echter Teilhabe: Gemeinsam mit Lebenshilfe Berlin hat die IFA inklusive Angebote geschaffen, darunter freie Ticketkontingente, kostenfreien Eintritt für Assistenz- und Familienbegleitpersonen sowie Führungen in einfacher Sprache. Die Bemühungen werden zudem mit der Partnerschaft mit Sozialhelden e. V. sowie der Partnerschaft mit der Charta der Vielfalt unterstrichen. Drittens bauen wir auf einen Standort, der selbst an seiner Transformation arbeitet: Die Messe Berlin ist vollständig barrierefrei und verfolgt das Ziel, sich bis 2040 klimafreundlich, sozial gerecht und wirtschaftlich effizient weiterzuentwickeln. Dazu gehören unter anderem die größte Solaranlage Berlins und der Umbau auf klimafreundliche Energietechnologien.

Wie stellen Sie sich die IFA und den Innovationsstandort Berlin in zehn Jahren vor?

Leif Lindner: In zehn Jahren sehe ich die IFA Berlin noch stärker als ganzjährige Plattform. Nicht nur als fünf Messetage, sondern als Ort, an dem sich Produktneuheiten, Handel, Medien, Start-ups, Deep Tech und gesellschaftliche Debatten kontinuierlich verbinden. Inhaltlich werden Themen wie KI, Deep Tech, Smart Living, Health Tech, Mobility und nachhaltiges Design noch enger zusammenwachsen. Genau in diese Richtung entwickeln sich Berlin und die IFA schon heute: Berlin baut zentrale Strukturen und den Deep Tech Hub aus, und die IFA schärft ihr Profil in Wachstumsfeldern wie Content Creation, Computing & Gaming, Wellbeing & Beauty Tech, Mobility und IFA Next. Mein Bild für 2036 ist deshalb klar: IFA Berlin wird noch internationaler, noch zukunftsweisender und noch vernetzter sein. 

Die IFA 2026 findet vom 4. bis 8. September 2026 auf dem Gelände der Messe Berlin statt. Tickets gibt es unter:  https://www.ifa-berlin.com/de/besuchen