Studie zeigt Bedarf an neuen Kongresszentren mit wirtschaftlichem Mehrwert
Nach Angaben von dwif Consulting GmbH, dem Autor der Potenzialanalyse, könnten pro Jahr bereits mit ein bis zwei weiteren neuen Venues 76 zusätzliche Kongresse stattfinden – das entspricht rund 500 weiteren Belegungstagen und 215.000 zusätzlichen Teilnehmertagen. Der geschätzte wirtschaftliche Mehrwert liegt bei rund 78 Millionen Euro jährlich für die Hauptstadt.
"Die Analyse bestätigt, dass der Markt mehr Berlin haben möchte. Darauf reagieren wir jetzt," sagt Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin. "Weltweit entstehen neue Kongresszentren, es ist wichtig, dass wir hier mithalten können. Kongressgäste lassen viel Geld in der Stadt, das kann Berlin gut gebrauchen."
Messe Berlin plant neues Venue auf dem Messegelände unterm Funkturm
Ein erstes konkretes Projekt ist bereits in Planung, um die Kongressflächen in Berlin zu erweitern: Die Messe Berlin will am Standort der jetzigen Halle 9 ein neues, multifunktionales Kongresszentrum mit rund 12.000 Quadratmetern Fläche errichten, das multifunktional nutzbar ist – für Kongresse, Tagungen und Messeformate gleichermaßen. Damit wird das Messegelände gezielt um Kapazitäten im mittleren Segment erweitert.
"Mit dem neuen Kongresszentrum schaffen wir zusätzliche Kapazitäten gezielt dort, wo Berlin bisher unterversorgt ist. Das stärkt unsere Position im globalen Wettbewerb", sagt Dr. Mario Tobias, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe Berlin GmbH. "Denn führende Kongressstädte investieren weltweit in genau dieses Segment. Wir wollen, dass Berlin auch künftig ganz vorn mitspielt."
Weltweit gefragt: Berlins Kongressmarkt zieht internationale Gäste an
Dass dieser strategische Ausbau richtig und notwendig ist, zeigt ein Blick auf die Zahlen: 2024 bildeten mit 70 Prozent beruflich motivierte Events wie Kongresse, Tagungen und Seminare, das Rückgrat des Berliner Veranstaltungsmarktes. Laut Veranstaltungs- und Kongressstatistik des Berlin Convention Office von visitBerlin fanden vergangenes Jahr 60.886 Business-Meetings mit insgesamt 9,1 Millionen Teilnehmenden statt. Der internationale Markt entwickelt sich überdurchschnittlich dynamisch: 21 Prozent der Gäste reisten aus dem Ausland an – fast doppelt so viele wie im bundesweiten Schnitt (11 Prozent). Zu den stärksten Herkunftsmärkten zählten das Vereinigte Königreich (14,5 Prozent), Nordamerika (11,5 Prozent) sowie Spanien, Italien und Frankreich. Besonders große Business-Events zieht es zunehmend nach Berlin: Der Anteil an Veranstaltungen mit über 1.000 Teilnehmenden liegt mit 6,2 Prozent deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 1,8 Prozent.
"Neben den Großevents sind es vor allem die vielen kleineren Tagungen und Meetings, die Berlin wirtschaftlich tragen. Sie sind die Lagerfeuer der Moderne", so Burkhard Kieker, Geschäftsführer von visitBerlin.
Hintergrund zur Studie
Die Potenzialanalyse wurde von dwif Consulting GmbH durchgeführt und basiert auf Marktanalysen, Primärerhebungen sowie Expertengesprächen. Die Veranstaltungs- und Kongressstatistik Berlin wird jährlich vom Europäischen Institut für TagungsWirtschaft (EITW) im Auftrag von visitBerlin erstellt.