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Samurai Museum Berlin

  • Jahreshighlight
Außergewöhnliche Schätze der Samurai Kunst des 8. bis 19. Jahrhunderts werden in dem neuen Samurai Museum präsentiert, das die größte Sammlung von Samurai-Artefakten außerhalb Japans beherbergt. Inspiriert von seiner Leidenschaft für die Kampfkünste und die japanische Kultur erwarb Peter Janssen vor über dreißig Jahren sein erstes Katana und sammelt seither Samurai-Artefakte. Seine umfangreiche Sammlung umfasst heute mehr als 4000 Objekte.

Sie stammen aus der späten Kofun- bis zur frühen Meiji-Periode (6.-19. Jahrhundert) und bieten faszinierende Einblicke in die Entwicklung der japanischen Kultur und Handwerkskunst. Die Sammlung ist einzigartig in ihrer Größe und Umfang. Sie besteht nicht nur aus Waffen und Rüstungen, sondern auch aus Gegenständen der Samurai-Kultur, wie Textilien, Malereien, Holzschnittdrucken, Teegeräten und buddhistische Skulpturen.

Höhepunkte der Sammlung sind eine Sänfte aus dem 18. Jahrhundert, eine Rüstung des Matsuidara-Klans aus dem 17. Jahrhundert und Teegeräte aus der Zeit von Sen no Rikyū (1522–1591).

Peter Janssen eröffnete 2017 das Samurai Art Museum in der Villa Clay, getrieben von dem Wunsch, seine Leidenschaft und Faszination für diese außerordentliche Beispiele traditioneller japanischer Handwerkskunst zu teilen. Nur wenige Jahre später erforderte das ständige Wachstum der Sammlung einen neuen Standort. Dieser wurde in der Auguststraße in Berlin Mitte gefunden. Das neue Museum soll sich als eine Entdeckungsreise ausfalten. Deshalb entschied Peter Janssen, die neuesten technologischen Entwicklungen im Bereich der Museumspräsentation und der Darstellung von Exponaten zu nutzen, um Besucher*innen das Eintauchen in die Welt der Samurai zu ermöglichen.

Aber wer waren diese Samurai? Und wie sah das Leben der Samurai aus? Bis heute gibt es in Europa nur sehr wenige öffentliche Sammlungen, die sich der Kunst der Samurai widmen.

Das Samurai Museum Berlin möchte mit der einzigartigen Sammlung Janssen einen Einblick in das kulturelle Leben des alten Japans geben und diese beeindruckenden Werke japanischer Kunst einem breiteren Publikum zugänglich machen.

Im Besonderen versucht das Museum darauf aufmerksam zu machen, dass sich Objekte wie Rüstungen oder Schwerter kaum auf ihre Funktion reduzieren lassen. Vielmehr stellen sie einzigartige, zeitlose und mit meisterlicher Präzision gefertigte Kunstwerke dar.

Das mittelalterliche Japan war von grausamen Machtkämpfen und blutigen Familienfehden geprägt. In dieser Zeit entstand ein weltweit einzigartiger Krieger- und Waffenkult in Japan. Ursprünglich waren die Samurai nur Soldaten im Dienste des Kaisers und der Adelsstämme. Durch den Aufstieg einzelner einflussreicher Clans und der Errichtung einer Militäraristokratie stiegen die Samurai zur regierenden Schicht auf. Die Samurai hatten in dieser kriegerischen Gesellschaft die höchste Stellung eingenommen und übten wesentlichen Einfluss auf Politik, Kunst und Kultur aus.

Im Zentrum der Kunst und Kultur der Samurai steht die Lebensphilosophie - das Būshido. Būshido, übersetzt „Der Weg des Kriegers“, definierte im vormodernen Japan den Ehrenkodex der Samurai, deren moralische Grundsätze und Tugenden. Die Philosophie des Būshido ist grundlegend durch die Lehren des Shintoismus, Buddhismus und Konfuzianismus geprägt. Die Entwicklung dieser Tugenden reicht bis in die Heian-Zeit (794 - 1185) zurück, wurde aber insbesondere innerhalb der Edo-Zeit (1615-1868) zur vollen Blüte entwickelt und bildete fortan die gesellschaftliche und moralische Ordnung der japanischen Bevölkerung.

Das Denken und Handeln eines jeden Bushi (Kriegers) war bestimmt durch die „Sieben Tugenden“, die sich durch Rechtschaffenheit, Furchtlosigkeit, Mitgefühl, Höflichkeit, Aufrichtigkeit, Ehrbewusstsein und Loyalität auszeichneten. Auch die für den Samurai essenziellen Kampfkünste wie der Schwertkampf, das Bogenschießen oder der Umgang mit der Lanze waren durch diese Tugenden ebenso geprägt wie auch gänzlich kampflose Disziplinen, wie zum Beispiel der Weg des Teetrinkens (Chado) oder der Weg des Schreibens (Shodo). Diese Tugenden leben auch im modernen Japan heute fort.

Das Samurai Museum Berlin möchte einen Einblick in dieses kulturelle Leben des alten Japans vermitteln und verbindet damit den Wunsch, einen Ort der kulturellen Begegnung und des kulturellen Austausches zu schaffen.

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